Leonardo da Vincis Heiliger Hieronymus

Leonardo da Vinci begann um 1480 mit der Arbeit an dem Werk, das den Heiligen Hieronymus als Eremit in der Wüste zeigt. Er sollte es nie vollenden. Sonderausstellung am Petersplatz Zum 500. Todestag des großen Meisters Leonardo da Vinci wird sein Bild des Hieronymus im Braccio Carlo Magno am Petersplatz in einer kleinen, aber beeindruckenden…

Leonardos Hieronymus, Detail
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Leonardo da Vinci begann um 1480 mit der Arbeit an dem Werk, das den Heiligen Hieronymus als Eremit in der Wüste zeigt. Er sollte es nie vollenden.

Sonderausstellung am Petersplatz

Zum 500. Todestag des großen Meisters Leonardo da Vinci wird sein Bild des Hieronymus im Braccio Carlo Magno am Petersplatz in einer kleinen, aber beeindruckenden Sonderausstellung präsentiert.

Das Gemälde wurde kürzlich restauriert und ist bis zum 22. Juni 2019 im südlichen Arm des Petersdoms, dem Braccio Carlo Magno ausgestellt. Den Eingang findet man am Ende der linken Kolonnade, wenn man Richtung Petersdom blickt. Der Eintritt ist gratis. Ab Juli wird das Bild dann in einer Ausstellung des Metropolitan Museums in New York zu sehen sein und im Winter der Mona Lisa im Louvre in Paris begegnen. Ab dem Frühjahr 2020 kann man den Hieronymus wieder in der Vatikanischen Pinakothek bewundern. Es ist das einzige Bild Leonardos, dass sich in Rom befindet.

Leonardo da Vinci

Bewegte Geschichte des Bildes

Leonardo da Vinci begann um 1480 mit der Arbeit an diesem Bild, das den Heiligen Hieronymus als Eremit in der Wüste zeigt. Und er hat es wie so vieles in seinem Leben unvollendet hinterlassen. Leonardo war unzweifelhaft ein Genie, aber er war kein Vollender. Wir wissen nicht für welchen Auftraggeber das Bild entstand und für welchen Ort es vorgesehen war.

Dokumentarisch taucht es erst im 19. Jahrhundert in der Sammlung der Vorarlberger Malerin Angelika Kauffmann auf, um nach deren Tod wieder im Dunklen zu verschwinden. Einige Zeit später fand es Kardinal Joseph Fesch zerschnitten in fünf Teile wieder, unter anderem bei einem Antiquitätenhändler und in der Werkstatt eines Schuhmachers. Fesch besaß eine Gemäldesammlung mit angeblich 20 000 Werken, die nach dessen Tod versteigert wurde. Über Umwege gelang schließlich Papst Pius IX. 1845 in den Besitz des Hieronymus. Seit 1932 befindet es sich in der Vatikanischen Pinakothek, Teil der Vatikanischen Museen, wo es in einem kleinen Raum neben den großformatigen Madonnen von Raffael etwas untergeht.

Leonardos Hieronymus in der Ausstellung im Braccio Carlo Magno am Petersplatz, Vatikan

Der Heilige Hieronymus

Der Heilige Hieronymus, um 347 in Kroatien geboren, gilt als einer der vier Kirchenlehrer. Er übersetzte die Bibel aus dem Hebräischen ins Latein. Er führte ein radikal asketisches Leben und soll von 373 bis 378 in der syrischen Wüste als Einsiedler gelebt haben.

Der Legende nach hatte er dort einen Löwen als Gefährten, dem er einen Dorn aus der Pranke entfernt hatte. 420 starb er in Bethlehem. Seine Gebeine wurden im 13. Jahrhundert in die Basilika Santa Maria Maggiore in Rom überführt

Leonardos Hieronymus, Detail

Meisterwerk von Leonardo da Vinci

Leonardo zeigt ihn als verhärmten alten Mann, der er in der Zeit als Eremit tatsächlich nicht war, in einer Felsenlandschaft. Ausgearbeitet sind nur der Oberkörper und der Kopf. Dabei zeigt sich das genaue anatomische Wissen Leonardos. In der rechten Hand hält der Heilige den Stein, den er sich gegen die Brust geschlagen haben soll. Der Löwe vor ihm ist fast warholesk nur angedeutet. Rechts hinter dem Felsen ist eine Kirche skizziert, die manche als Santa Maria Novella in Florenz deuten. Der Heilige Hieronymus von Leonardo da Vinci erschließt sich erst auf den zweiten Blick, fasziniert dann aber umso mehr. Ein kurzer Besuch bei ihm lohnt sich für jeden Tourist auf dem Petersplatz. Aber keine Angst, es gibt keinen großen Andrang, die wenigsten bemerken die Ausstellung.

Quellen: Vatican News, Vatikanische Museen, Ökumenisches Heiligenlexikon

Leonardos Hieronymus, Detail, Santa Maria Novella, Florenz?
In der Ausstellung im Braccio Carlo Magno am Petersplatz, Vatikan

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